< Die Natur aus Sicht einer Wissenschaftlerin

Zwei Tübinger Max-Planck-Forscher international ausgezeichnet

Detlef Weigel und Nikos Logothetis wurden in die US-amerikanische National Academy of Sciences gewählt


Tübingen, 29. April 2009. Detlef Weigel, Direktor der Abteilung Molekularbiologie am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie und Nikos Logothetis, Direktor der Abteilung Neurophysiologie am benachbarten Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik wurden in die US-amerikanische National Academy of Sciences gewählt. Dies hat die Akademie gestern im Rahmen ihrer 146. Jahrestagung in Washington DC bekannt gegeben. Die Mitgliedschaft in der amerikanischen Akademie der Wissenschaften ist eine der höchsten Auszeichnungen für Wissenschaftler in den USA und wird für kontinuierliche, herausragende Forschungsarbeiten vergeben. Während Detlef Weigel als US-Amerikaner zum aktiven Mitglied gewählt wurde, erhielt Nikos Logothetis die Auszeichnung als ausländischer Partner.

Detlef WeigelDetlef Weigel (47) erforscht die Grundlagen der genetischen Vielfalt. Er will verstehen, wie sich Tiere und Pflanzen an verschiedene Umweltbedingungen anpassen. Sein bevorzugtes Studienobjekt ist die Ackerschmalwand, eine Blütenpflanze, die aufgrund ihrer nahezu weltweiten Verbreitung optimal geeignet ist, um die molekularen Grundlagen von Anpassungsprozessen zu untersuchen. Weigel wurde mit zahlreichen Wissenschaftspreisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Leibniz-Preis, dem höchstdotierten Förderpreis Deutschlands. Er ist zudem Mitglied der Deutschen Akademie der Wissenschaften Leopoldina. Seit 2002 ist Weigel Direktor der Abteilung Molekularbiologie am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen.

Nikos LogothetisNikos Logothetis (58) untersucht die physiologischen Prozesse, die der optischen Wahrnehmung und der Objekterkennung zu Grunde liegen. Er ist der erste Wissenschaftler weltweit, der die funktionelle Magnetresonanzbildgebung gleichzeitig mit Nervenzellableitungen kombiniert hat. Auf diese Weise wird es möglich, dieses für die medizinische Diagnostik so wichtige bildgebende Verfahren besser zu verstehen und zu optimieren. Für seine Forschung hat Logothetis, der seit 12 Jahren Direktor der Abteilung Neurophysiologie am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik ist, zahlreiche Wissenschaftspreise erhalten, unter anderem den Louis-Jeantet Preis für Medizin.

Die National Academy of Sciences ist eine private US-amerikanische Gesellschaft, die aus international renommierten Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen besteht und deren Ziel es ist, die Wissenschaft zum Wohle der Menschheit zu fördern. Seit ihrer Gründung im Jahre 1863 fungiert die Gesellschaft als offizielles Beratungsgremium für die US-Regierung. Sie hat zurzeit etwa 2000 amerikanische und 400 assoziierte ausländische Mitglieder.


Ansprechpartner:
Prof. Dr. Detlef Weigel
Tel: 07071-601-1410
E-Mail: Detlef.Weigel(at)tuebingen.mpg.de

Prof. Dr. Nikos Logothetis
Tel: 07071-601-651
E-Mail: nikos.logothetis(at)tuebingen.mpg.de

Dr. Susanne Diederich (Presse- und Öffentlichkeitsabteilung)
Tel: +49 7071-601-333
E-Mail: presse(at)tuebingen.mpg.de

Das Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie betreibt Grundlagenforschung auf den Gebieten der Biochemie, Molekularbiologie, Genetik sowie Zell- und Evolutionsbiologie. Es beschäftigt rund 325 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und hat seinen Sitz auf dem Max-Planck-Campus in Tübingen. Das MPI für Entwicklungsbiologie ist eines der 82 Institute und Forschungseinrichtungen der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.


Prof. Dr. Detlef Weigel, Foto: Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie

Prof. Dr. Detlef Weigel, Foto: Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie

Prof. Dr. Nikos Logothetis, Foto: Anne Faden / Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik

Prof. Dr. Nikos Logothetis, Foto: Anne Faden / Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik