< Kernresonanz-Zentrum auf dem Max-Planck-Campus Tübingen eröffnet

Tübinger Doktorand ausgezeichnet

Benjamin Schlager hat den Doktorandenpreis der Gesellschaft für Entwicklungsbiologie erhalten.


Tübingen, 27. März 2009. Welche genetischen Veränderungen unterliegen neuen phänotyischen Merkmalen? Beruhen homologe Organe und Strukturen immer auf konservierten genetischen Mechanismen? Mit diesen Fragen hat sich Benjamin Schlager in seiner Dissertation in der Abteilung von Ralf Sommer beschäftigt. Für seine Studien über die Vulva-Entwicklung an Fadenwürmern erhielt er nun den Doktorandenpreis der Deutschen Gesellschaft für Entwicklungsbiologie. Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben und ist mit einer finanziellen Anerkennung und der Möglichkeit verbunden, einen Text im Biospektrum zu verfassen.

Benjamin SchlagerIn seiner Dissertation „On the evolution of the nematode vulva equivalence group and the genetic control of Pristionchus pacificus vulva formation“ untersuchte Schlager die Entwicklung der Vulva an Fadenwürmern. Seine Experimente zeigten, dass Unterschiede in der Musterbildung bei verschiedenen Fadenwurm-Arten – durch artspezifische Module von Transkriptionsfaktoren gesteuert werden - obwohl es sich bei der Vulva um ein eindeutig homologes Organ und Gewebe handelt. Damit handelt es sich um ein klassisches Beispiel von „Developmental System Drift“: Ein bestimmtes Merkmal entwickelt im Laufe der Evolution unterschiedliche zugrundeliegende Mechanismen. Schlagers Arbeit deutet darauf hin, dass dieses Phänomen häufiger als bisher angenommen auftreten könnte. Das ist besonders interessant hinsichtlich der Übertragbarkeit von Forschungsergebnissen von Modelorganismen auf andere Arten.

Benjamin Schlager wird ab September 2009 eine Post-Doc-Stelle im Labor von Ross Metzger der University of California in San Franscisco, USA, annehmen.


Benjamin Schlager. Foto: Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie

Benjamin Schlager. Foto: Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie