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Tübinger Biologin wird in die Pariser Académie des sciences aufgenommen

Christiane Nüsslein-Volhard, Direktorin am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen, wird in die Pariser Akademie der Wissenschaften aufgenommen


Christiane Nüsslein-Volhard im Fischhaus des Max-Planck-Instituts für Entwicklungsbiologie. Foto: L'Oréal / Max-Planck-Institut für EntwicklungsbiologieTübingen, 10. Juni 2010. Die Pariser Académie des sciences de l’Institut de France ist eine der ältesten Akademien der Welt. Sie vereint herausragende Wissenschaftler aus dem In- und Ausland. Am 15. Juni werden in einer feierlichen Zeremonie 18 neue Mitglieder aufgenommen, unter ihnen Christiane Nüsslein-Volhard, Nobelpreisträgerin und Direktorin am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie.  

Die Académie des sciences de l'Institut de France wurde im 17. Jahrhundert von Jean-Baptiste Colbert gegründet. Er wollte eine Einrichtung schaffen, die sich ausschließlich der Forschung widmet. Heute gliedert sie sich in zwei Bereiche: die Abteilung für Mathematik und Physik und die Abteilung für Chemie, Biologie und Medizin. Die Akademie nimmt französische und ausländische Mitglieder auf, die durch besondere Errungenschaften zum Fortschritt der Wissenschaft beigetragen haben. Kriterien sind hierbei die Originalität der Forschung, die internationale Präsens sowie der fördernde Einfluss auf Nachwuchswissenschaftler.  

„Die Wahl von Christiane Nüsslein-Volhard reflektiert die hohe Achtung, welche die Mitglieder unserer Akademie für sie und ihre Arbeit haben“, so Jean-François Bach und Jean Dercourt, Mitglieder des Auswahlgremiums, über ihre Wahl.  

Christiane Nüsslein-Volhard studierte zunächst Biologie, Physik und Chemie an der Johann-Wolfgang-von-Goethe-Universität in Frankfurt am Main und dann Biochemie in Tübingen. Nach ihrem Diplom 1968 promovierte Christiane Nüsslein-Volhard am Max-Planck-Institut für Virusforschung in Tübingen und war dann Postdoktorandin am Biozentrum Basel und an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg. Sie leitete von 1978 bis 1981 gemeinsam mit Eric Wieschaus eine Forschergruppe am Europäischen Molekularbiologischen Laboratorium (EMBL) in Heidelberg und kehrte 1981 als Gruppenleiterin am Friedrich-Miescher-Laboratorium nach Tübingen zurück. Seit 1985 ist Christiane Nüsslein-Volhard wissenschaftliches Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft und Direktorin am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen. Zudem ist sie seit 1991 Honorarprofessorin an der Universität Tübingen.

Ihre Forschungen befassen sich mit der genetischen und molekularen Analyse der embryonalen Entwicklung bei Tieren, insbesondere bei der Fliege Drosophila melanogaster sowie beim Zebrafish Danio rerio. Für ihre Entdeckung von Genen, die die Entwicklung von Tier und Mensch steuern, sowie den Nachweis von gestaltbildenden Gradienten im Fliegenembryo hat sie zahlreiche Auszeichnungen, Ehrendoktorate und Preise erhalten, unter anderem den Leibnitz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (1986), den Albert Lasker Award (1991), und, gemeinsam mit Eric Wieschaus und Edward Lewis, den Nobelpreis für Medizin (1995). Sie ist Mitglied der Royal Society (England), der National Academy (USA) und des Ordens pour le mérite (Deutschland). Von 2001 bis 2006 gehörte sie dem nationalen Ethikrat der Bundesregierung an. Bis 2008 war sie die Präsidentin der Gesellschaft deutscher Naturforscher und Ärzte. Seit 2005 ist sie Mitglied des Scientific Council des European Research Councils ERC der Europäischen Union. Sie gründete 2004 die Christiane Nüsslein-Volhard  Stiftung zur Unterstützung junger Wissenschaftlerinnen mit Kindern.  

Weitere Informationen:
Informationen über die Académie des sciences
Weitere Mitglieder der Académie des sciences     

Kontakt:
Prof. Dr. Christiane Nüsslein-Volhard
Tel.: 07071 601- 487/489
E-Mail: christiane.nuesslein-volhard(at)tuebingen.mpg.de  

Dr. Susanne Diederich (Presse- & Öffentlichkeitsarbeit)
Tel.: 07071 601-333
E-Mail: presse-eb(at)tuebingen.mpg.de


Christiane Nüsslein-Volhard im Fischhaus des Max-Planck-Instituts für Entwicklungsbiologie. Foto: L'Oréal / Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie

Christiane Nüsslein-Volhard im Fischhaus des Max-Planck-Instituts für Entwicklungsbiologie. Foto: L'Oréal / Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie