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Max-Planck-Direktor Heinrich Bülthoff bei den Tübinger Innovationstagen

Vortrag über eine besondere Mensch-Maschine-Schnittstelle: das Projekt myCopter


Mögliches Aussehen eines persönliches Luftfahrzeug. Graphik: Gareth Padfield; Flight Stability and Control Tübingen, 1. Juli 2011. Die Tübinger Innovationstage sind eine Veranstaltungsreihe des Netzwerks für Forschung und Entwicklung der Industrie- und Handelskammer (IHK). Sie sollen den Austausch zwischen der Universität, Forschungseinrichtungen und Unternehmen der Region anregen, um mögliche Synergien und Kooperationsmöglichkeiten zu entdecken und zu verwirklichen. Am 5. Juli 2011 um 14 Uhr beginnen die diesjährigen Innovationstage mit einer Auftaktveranstaltung zum Thema „Mensch-Maschine-Interaktion“, bei der ERBE Elektromedizin GmbH. Heinrich Bülthoff, Direktor der Abteilung für Wahrnehmung, Kognition und Handlung am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik in Tübingen, wird zusammen mit Christian O. Erbe, dem IHK-Präsidenten und Kurator am Max-Planck-Campus Tübingen, seine Forschung vorstellen.  

Die Abteilung von Heinrich Bülthoff beschäftigt sich hauptsächlich mit den fundamentalen Prozessen menschlicher Wahrnehmung und lässt die Ergebnisse in die Entwicklung von Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine einfließen. Im Vordergrund stehen Fragen dazu, wie Objekte im Gehirn gespeichert sind, so dass Menschen sie erkennen und manipulieren können, und wie die Informationen verschiedener Sinnesorgane integriert werden, um eine konsistente Repräsentation der Umgebung zu erzeugen. Die Forscher kombinieren Methoden aus der klassischen Psychophysik mit moderner Computergraphik und virtuellen Welten. Mensch-Maschine-Schnittstellen können ihr Potenzial nur ausschöpfen, wenn sie an die Bedürfnisse des Nutzers angepasst sind. Doch was genau benötigt eine Maschine, damit der Mensch sie benutzen kann? Welche Funktionen muss ein Auto beispielsweise haben, damit ein Mensch es problemlos fahren kann? In Kooperation mit anderen Forschungseinrichtungen und Unternehmen erörtern die Wissenschaftler diese Fragen, führen Simulationen durch und bauen Prototypen.  

Im Rahmen der Innovationstage stellt Heinrich Bülthoff auch sein neustes EU-Projekt vor: „myCopter“. In diesem, mit 4,3 Millionen Euro geförderten, Projekt geht es um „fliegende Autos“. In Anbetracht der zunehmenden Verkehrsdichte auf den Straßen von Großstädten und dem voraussichtlichen weiteren Wachstum ist es eine Herausforderung, neue Transportwege zu finden. Die Wissenschaftler wollen abheben in die dritte Dimension: „Die optimale Lösung wäre“, so Heinrich Bülthoff, „ein persönliches Lufttransportsystem, das die Umwelt- und Finanzkosten überwinden kann, die mit unseren gegenwärtigen Transportmethoden verbunden sind.“ Das Steuern dieser individuellen Flugobjekte soll so einfach sein wie Autofahren. Zusammen mit ihren Kooperationspartnern suchen die Wissenschaftler nun nach Lösungen für die technischen Hürden, überprüfen mit kleinen Modellen und Simulatoren ihre Ideen und untersuchen die Akzeptanz für die neuartigen Kleinhubschrauber in der Bevölkerung „Ich glaube nicht, dass wir in den nächsten vier Jahren bereits fliegende Autos haben werden“, meint der Max-Planck-Direktor, „aber vielleicht bekommen wir mit unserem Projekt mehr Aufmerksamkeit aus der Industrie, so dass wir es in den kommenden Jahrzehnten verwirklichen können.“    


Mehr Informationen:
Tübinger Innovationstage 5.-7. Juli 2011 
Forschung von Heinrich Bülthoff: Wahrnehmung, Kognition und Handlung - Die Welt in unseren Köpfen 
„myCopter“     


Ansprechpartner:
Prof. Dr. Heinrich Bülthoff
Tel.: 07071 601-601
E-Mail: heinrich.buelthoff(at)tuebingen.mpg.de

Stephanie Bertenbreiter (Presse- & Öffentlichkeitsarbeit)
Tel.: 07071 601-472
E-Mail: presse(at)tuebingen.mpg.de    


Das Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik forscht an der Aufklärung von kognitiven Prozessen auf experimentellem, theoretischem und methodischem Gebiet. Es beschäftigt rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus über 40 Ländern und hat seinen Sitz auf dem Max-Planck-Campus in Tübingen. Das MPI für biologische Kybernetik ist eines der 80 Institute und Forschungseinrichtungen der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.


Mögliches Aussehen eines persönliches Luftfahrzeug. Graphik: Gareth Padfield; Flight Stability and Control

Mögliches Aussehen eines persönliches Luftfahrzeug. Graphik: Gareth Padfield; Flight Stability and Control