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30.04.2012 Von: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Felix Tritschler erhält die Otto-Hahn-Medaille

Auszeichnung für den ehemaligen Doktoranden am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie


Felix Tritschler. Foto: privatTübingen, 2. Mai 2012. Felix Tritschler, ehemaliger Doktorand in der Abteilung Biochemie am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie, wird für seine in Tübingen angefertigte und als hervorragend anerkannte Doktorarbeit mit der Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft ausgezeichnet. Er hat grundlegende Mechanismen des geregelten Abbaus der Boten-RNA bei der Proteinherstellung in der Zelle erforscht. Felix Tritschler wird die Otto-Hahn-Medaille und das Preisgeld von 7500 Euro bei der Hauptversammlung der Max-Planck-Gesellschaft am 13. Juni 2012 in Düsseldorf erhalten.

Felix Tritschler hat seine Doktorarbeit unter der Leitung von Direktorin Elisa Izaurralde in der Abteilung Biochemie des Max-Planck-Instituts für Entwicklungsbiologie in Tübingen von 2006 bis 2010 angefertigt. Die Max-Planck-Gesellschaft zeichnet seit 1978 jährlich mehrere junge und besonders begabte Nachwuchswissenschaftler mit der Otto-Hahn-Medaille aus, um sie zu einer späteren Karriere in der Forschung zu motivieren. Felix Tritschler hat im vergangenen Jahr bereits den Promotionspreis 2011 der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM) erhalten, er wird für herausragende Dissertationen in diesen Fächern verliehen. Seit 2010 forscht Felix Tritschler als Postdoktorand in der Arbeitsgruppe von Professor Nenad Ban am Institut für Molekularbiologie und Biophysik an der ETH Zürich.

In seiner Doktorarbeit hat Felix Tritschler einen bestimmten Regulationsmechanismus der Genexpression an den Zellen der Fruchtfliege Drosophila als Modellsystem erforscht. Bei der Genexpression, also der Umsetzung der Informationen aus der DNA in Proteine, wird die DNA zunächst in eine mobile Kopie, die Boten-RNA, abgelesen. Diese erhält an einem Ende eine Kappe, die sowohl zum Schutz als auch als Signal für spätere Regulationsprozesse dient. Die Boten-RNA wandert aus dem Zellkern in das Zellplasma, wo nach ihrer Vorlage die Proteine zusammengesetzt werden. Um den Zeitpunkt und die Menge der Proteinherstellung in der Zelle steuern zu können, wird die Boten-RNA schließlich reguliert abgebaut. Dieser Prozess beginnt häufig mit der Entfernung der Kappe durch einen Decapping-Komplex.

Felix Tritschler hat mehrere Komponenten des Decapping-Komplexes analysiert und ihr Zusammenspiel untersucht. Er hat die Struktur mehrerer Domänen der Proteine EDC3, Tral, Me31B, DCP1 und Pat, die zum Decapping-Komplex gehören, aufgeklärt. Die Strukturdaten lieferten auch eine Erklärung dafür, warum es in höher organisierten Zellen funktionell unterschiedliche Decapping-Komplexe gibt. Felix Tritschler hat mit seiner Forschungsarbeit wichtige Details zum Verständnis grundlegender Regulierungsprozesse in den Zellen beigetragen.


Felix Tritschler. Foto: privat

Felix Tritschler. Foto: privat