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„BeGrenzen“ - Experimente in der Kunst

Das Max-Planck-Haus in Tübingen zeigt Werke von Helga Mayer


Tübingen, 20. April 2010. Helga Mayer zeigt die Dinge, die sich hinter der Oberfläche verbergen. Als Naturwissenschaftlerin und Künstlerin hat sie experimentelle Arbeitstechniken auf ihre Bilder übertragen – und so Werke geschaffen, die nicht nur optisch in die Tiefe gehen. Im Rahmen der Ausstellung „BeGrenzen“ schlägt sie einen Bogen, der bei der Umzäunung einer Schafweide beginnt und im mehr oder weniger sichtbaren Schleier endet, der uns alle umgibt und uns vor der Außenwelt schützt aber auch von ihr trennt. Die Vernissage findet am Samstag, dem 24. April, um 17 Uhr im Max-Planck-Haus, Spemannstraße 36, in Tübingen statt. Die Eröffnungsrede hält der Tübinger Bildhauer, Maler und Zeichner Ralf Ehmann. Franziska Henke begleitet die Veranstaltung mit zwei Cellostücken aus der 1. Cellosuite von Johann Sebastian Bach. Die Bilder sind bis einschließlich 7. Juni montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr im Max-Planck-Haus zu sehen.

„VerschleiertHelga Mayer hat schon als Jugendliche ihre Erlebnisse in Bildern und Zeichnungen verarbeitet. Nach dem Abitur wandte sie sich zunächst den Naturwissenschaften zu, ergänzte ihr Pharmazie-Studium aber schon bald durch die Beschäftigung mit Geschichte und Literatur. Im Berufsleben war sie als Tübinger Apothekerin weiterhin der Wissenschaft verbunden, als Künstlerin entwickelte sie experimentelle Mal-, Zeichen- und Spraytechniken. Seit Ende der 1990er Jahre wurden ihre Bilder in mehreren Ausstellungen in Tübingen und Reutlingen gezeigt.

Grenzen sind das zentrale Thema der Ausstellung. Dabei geht es zunächst ganz einfach um eine eingezäunte Schafsherde, später dann um die Netze, die uns alle wie Nerven durchziehen aber auch wie Schleier umgeben. Schützt uns das Netz vor der Umwelt oder sperrt es uns ein? Die aufwändig gesprayten Bilder beruhen oft auf Zeichnungen, die sie anfertigt, um sich mit den Charakteren ihrer Bilder auseinander zu setzen.

„Helga Mayers Bilder sind mutige, experimentelle Arbeiten, die nicht nur auf den ästhetischen Schein ausgerichtet sind, sondern auf Sinnbilder und Grundlagen unserer Existenz“, sagt Rudolph Greiner, Kurator aus Tübingen.

Ihre Experimentierfreude, aber auch ihre Ausdauer zeigt sich am deutlichsten in den „Polaroid-Bildern“. Erst nach zwei Jahren des Probierens ist es ihr gelungen, ein Bindemittel zu entwickeln, das die Farbpigmente so festhält, dass der Eindruck eines mit einer Sofortbildkamera aufgenommenen Bildes entsteht.

Helga Mayer hat ein Zitat aus „Ästhetisches Denken“ von Wolfgang Welsch als Leitgedanken für ihre Ausstellung herangezogen: „Wer durch die Schule der Kunst gegangen ist und in seinem Denken der Wahrnehmung Raum gibt, der weiß nicht nur abstrakt um die Spezifität und die BEGRENZTHEIT aller Konzepte, auch seines eigenen, sondern rechnet mit ihr und handelt demgemäß. Er urteilt und verurteilt nicht mehr mit dem Pathos der Absolutheit und der Einbildung der Endgültigkeit, sondern erkennt auch dem anderen mögliche Wahrheit zu.“

Ansprechpartner:
Helga Mayer
Tel.: 07121 380308
E-Mail: helgaaugustemayer_(at)hotmail.com

Dr. Susanne Diederich (Presse- & Öffentlichkeitsarbeit)
Tel.: 07071 601-333
E-Mail: presse(at)tuebingen.mpg.de

Der Max-Planck-Campus Tübingen beherbergt die Max-Planck-Institute für Entwicklungsbiologie und biologische Kybernetik, sowie das Friedrich-Miescher-Laboratorium. Insgesamt arbeiten und forschen rund 700 Personen auf dem Campus. Seine Institute sind Teil der 80 Forschungseinrichtungen der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.


„Verschleiert", 70 x 100, Acryl Malerei und Spray Paint auf Leinwand, von Helga Mayer

„Verschleiert", 70 x 100, Acryl Malerei und Spray Paint auf Leinwand, von Helga Mayer

Schleierbild von Helga Mayer

Schleierbild von Helga Mayer

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