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Auszeichnung für exzellente Forschungsarbeit

Die hoch dotierte Auszeichnung des Europäischen Forschungsrats geht an einen Forschungsgruppenleiter des Max-Planck-Institutes für biologische Kybernetik


Marcel Oberländer. Bild: Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik. Tübingen, 30. Juli 2015. Der Europäische Forschungsrat (ERC) hat den Forschungsgruppenleiter Dr. Marcel Oberländer vom Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik in Tübingen mit dem hochangesehenen ERC Starting Grant ausgezeichnet. Für die Umsetzung seines als exzellent bewerteten Antrages erhält der Forscher 1,5 Millionen Euro über fünf Jahre. Mit den ERC Starting Grants soll die wissenschaftliche Eigenständigkeit von Spitzenforschern in Europa zu einem frühen Zeitpunkt ihrer Karriere gefördert werden.

Das Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik beschäftigt sich mit der Signal- und Informationsverarbeitung im Gehirn. Seit August 2012 ist Marcel Oberländer Mitglied des Institutes und leitet seither die unabhängige Forschungsgruppe Computational Neuroanatomy im Rahmen einer Förderung durch das Bernstein Zentrum Tübingen. Marcel Oberländer erhält den ERC Starting Grant für seine Projekte in der Grundlagenforschung. In dem europaweiten Wettbewerb um die Auszeichnung hatte sich nur jeder zehnte von 3273 Projektvorschlägen durchgesetzt.

Mit dem ERC Starting Grant wird der Preisträger seine Forschungsgruppe nun um weitere internationale Experten erweitern. Mit dem neuen Projekt möchte er grundlegende Prinzipien der neuronalen Verarbeitung von Sinneseindrücken entdecken und hofft, so neue Ansätze für neurowissenschaftliche und medizinische Forschung zu etablieren. "Die hochdotierte europäische Auszeichnung wird uns dabei helfen, ein so komplexes und vielschichtiges System wie das Gehirn in seiner Gesamtheit zu studieren", so Oberländer.

Oberländer entwickelt Methoden in den Bereichen Mikroskopie, Anatomie, Physiologie und Computersimulation, die es erlauben detaillierte Modelle ganzer Hirnregionen zu erstellen. Der Schwerpunkt seiner interdiziplinären Arbeit liegt dabei in der quantitativen Analyse der Struktur und Funktion neuronaler Netzwerke, die dem Tastsinn von Säugetieren zu Grunde liegen. Das nun vom ERC ausgezeichnete Forschungsprojekt hat zum Ziel, ein realistisches Computermodell aller Netzwerke im Gehirn von Ratten zu erstellen, die mit der Informationsverarbeitung einzelner Tasthaare assoziert sind.

Von 2000 bis 2006 studierte Marcel Oberländer Physik in Heidelberg und Melbourne (Australien), promovierte 2009 am Max-Planck-Institut für Neurobiologie in München und forschte bis 2012 in der Abteilung von Prof. Dr. Bert Sakmann (Nobelpreis für Medizin und Physiologie, 1991) am Max-Planck-Florida-Institute for Neuroscience in den USA. Oberländers Forschungsarbeiten wurden unter anderem bereits mit einem Career Development Award der Armenise-Harvard Stiftung ausgezeichnet.

Weitere Informationen über die Forschung von M. Oberländer


Ansprechpartner:
Dr. Marcel Oberländer
Tel.: 07071 2972174
E-Mail: marcel.oberlaender(at)tuebingen.mpg.de

Christina Bornschein (Presse- & Öffentlichkeitsarbeit)
Tel.: 07071 601-777
E-Mail: presse-kyb(at)tuebingen.mpg.de


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Das Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik forscht an der Aufklärung von kognitiven Prozessen auf experimentellem, theoretischem und methodischem Gebiet. Es beschäftigt rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus über 40 Ländern und hat seinen Sitz auf dem Max-Planck-Campus in Tübingen. Das MPI für biologische Kybernetik ist eines der 82 Institute und Forschungseinrichtungen der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.


Marcel Oberländer. Bild: Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik.

Marcel Oberländer. Bild: Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik.