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Wie sich Pflanzen an veränderte Bedingungen anpassen

Zwei Tübinger Biologen an neuem DFG-Schwerpunktprogramm beteiligt


Die Grundlagen des Blüh- und Wachstumsverhaltens der Ackerschmalwand Arabidopsis thaliana wird im Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie untersucht. Foto: Bernd Schuller/Max-Planck-Institut für EntwicklungsbiologieTübingen, 18. Mai 2010. Wie passen sich Pflanzen genetisch an veränderte Umweltbedingungen an? Die Vielfalt pflanzlicher Formen und Leistungen, die schon Charles Darwin beschäftigte, steht im Mittelpunkt eines neuen Schwerpunktprogramms, das die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) für zunächst drei Jahre fördert. Die Koordination übernimmt Ute Krämer, Professorin am Lehrstuhl für Pflanzenphysiologie der Ruhr-Universität Bochum. Die Tübinger Biologen Detlef Weigel vom Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie und Katja Tielbörger vom Institut für Evolution und Ökologie der Universität Tübingen sind im Steering Committee des Programms und bringen ihre Kenntnisse auf den Gebieten der Genomsequenzierung und der Pflanzenökologie in das Projekt ein.  

Im Fokus des Schwerpunktprogramms steht die Familie der Kreuzblütler, der neben Kulturpflanzen wie Raps, Kohl und Senf auch die Modellpflanze der Genetiker, die Ackerschmalwand , angehört. Das interdisziplinäre Forscherteam kombiniert molekularbiologische Methoden mit ökologischen Fragestellungen und wendet modernste Technologien an, um pflanzlichen Leistungen auf den Grund zu gehen. „Wir können heute die Erbinformationen mehrerer nahe verwandter Arten, Populationen und sogar Individuen vollständig entschlüsseln und miteinander vergleichen“, sagt Ute Krämer. Eine führende Rolle spielt dabei die Arbeitsgruppe von Detlef Weigel am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie, einem Vorreiter auf dem Gebiet der Sequenzierung von Pflanzengenomen. Die Arbeitsgruppe von Katja Tielbörger, Professorin an der Fakultät für Biologie der Universität Tübingen, ist für den ökologischen Aspekt des Programms zuständig:  Sie untersucht die Reaktionen von Pflanzen auf globale Veränderungen.  

Die Arbeitsgruppe von Katja Tielbörger möchte im Rahmen des Schwerpunktprogramms  das Anpassungspotential von natürlichen Pflanzenpopulationen an den Klimawandel  untersuchen. Detlef Weigel plant, die genetische Vielfalt beim Rötlichen Hirtentäschelkraut zu untersuchen. Diese Art ist besonders interessant, da sie erst vor etwa 25.000 Jahren aus einem einzigen Individuum entstanden, aber trotzdem sehr erfolgreich ist.  

Interdisziplinäres Team
Angeführt wird diese Initiative durch ein Team von Wissenschaftlern der Universitäten Bochum, Heidelberg, Jena, Münster und Tübingen sowie der Max-Planck-Institute für Züchtungsforschung und Entwicklungsbiologe in Köln und Tübingen. Das Schwerpunktprogramm (SPP 1529) wird durch den Lehrstuhl für Pflanzenphysiologie an der Ruhr-Universität Bochum koordiniert. Die Ausschreibung  für eine erste dreijährige Förderperiode des auf insgesamt sechs Jahre konzipierten Programms soll in Kürze veröffentlicht werden. Die Initiatoren haben für dieses Schwerpunktprogramm eine Fördersumme von insgesamt 11 Millionen Euro veranschlagt.  

Ansprechpartner
Prof. Dr. Ute Krämer
Fakultät für Biologie und Biotechnologie
Lehrstuhl für Pflanzenphysiologie
Ruhr-Universität Bochum
Tel. +49 234 32-24291
E-Mail: ute.kraemer(at)rub.de
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Prof. Dr. Detlef Weigel
Abteilung für Molekularbiologie
Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie
Tel: +49 7071 601-1410
E-Mail: Detlef.Weigel(at)tuebingen.mpg.de
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Prof. Dr. Katja Tielbörger
Fakultät für Biologie, Vegetationsökologie
Institut für Evolution und Ökologie
Universität Tübingen
Tel: +49 7071 29-74246
E-Mail: katja.tielboerger(at)uni-tuebingen.de
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Dr. Susanne Diederich (Presse- und Öffentlichkeitsabteilung)
Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie
Tel: +49 7071 601-333
E-Mail: presse(at)tuebingen.mpg.de  

Michael Seifert (Hochschulkommunikation)
Universität Tübingen
Tel: +49 7071 29-76789
E-Mail: michael.seifert(at)uni-tuebingen.de


Die Grundlagen des Blüh- und Wachstumsverhaltens der Ackerschmalwand Arabidopsis thaliana wird im Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie untersucht. Foto: Bernd Schuller/Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie

Die Grundlagen des Blüh- und Wachstumsverhaltens der Ackerschmalwand Arabidopsis thaliana wird im Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie untersucht. Foto: Bernd Schuller/Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie

Mit Hilfe des Illumina-Sequenzierers wird die DNA der Ackerschmalwand entschlüsselt. Foto: Bernd Schuller/Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie

Mit Hilfe des Illumina-Sequenzierers wird die DNA der Ackerschmalwand entschlüsselt. Foto: Bernd Schuller/Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie