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04.06.2018

Seine Experimente sollten helfen, Parkinson und Demenz zu heilen

Dann geriet der Tübinger Hirnforscher Nikos Logothetis, der als Anwärter auf den Nobelpreis galt, ins Visier von radikalen Tierschützern


Von Moritz Aisslinger / 29. Mai 2018, 17:03 Uhr / Editiert am 2. Juni 2018, 20:03 Uhr / DIE ZEIT Nr. 23/2018, 30. Mai 2018

Ein Artikel in der ZEIT DOSSIER über den Hirnforscher Prof. Dr. Nikos Logothetis und seine Erfahrungen mit radikalen Tierschützern.

… Anfang des Jahres beantragte die Staatsanwaltschaft dann Strafbefehl gegen Nikos Logothetis und zwei seiner Mitarbeiter wegen des Vorwurfs der Tiermisshandlung. Logothetis legte Einspruch ein. Und die Max-Planck-Gesellschaft tat wie angekündigt: Keine 24 Stunden nach Bekanntgabe des Strafbefehls teilte sie der Öffentlichkeit mit, »dass Prof. Logothetis bis zum Abschluss des Verfahrens keine Tierversuche durchführen oder anleiten wird«. Das sei nicht rechtens, meinte Logothetis und klagte. Das Gericht forderte die beiden Parteien auf, sich außergerichtlich zu einigen. Dazu ist es bisher nicht gekommen.

Das Verhalten der Max-Planck-Gesellschaft hat viele Wissenschaftler empört, sie sorgen sich um den Forschungsstandort Deutschland. Johanna Wanka, im Jahr 2015 Bundesforschungsministerin, schrieb zum Fall Logothetis, sie finde es »absolut unerträglich, dass in Deutschland Wissenschaftler bedroht und unter Druck gesetzt werden «. Die Max-Planck-Gesellschaft dagegen sagt: »Der Forschungsstandort Deutschland ist gefährdet, wenn Tierschutz-Standards nicht eingehalten werden.«…“

https://www.zeit.de/2018/23/hirnforschung-parkinson-demenz-nikos-logothetis-tierversuche