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Michael Hothorn gewinnt Career Development Award

Projektförderung des Human Frontier Science Programs in den Lebenswissenschaften


Michael Hothorn vor einem Modellbild einer Rezeptorkinase. Foto: Jörg Abendroth/MPI für Entwicklungsbiologie Tübingen, 29. März 2012. Der Biologe Michael Hothorn, Max-Planck-Forschungsgruppenleiter am Friedrich-Miescher-Laboratorium der Max-Planck-Gesellschaft in Tübingen, erhält den Career Development Award des Human Frontier Science Programs (HFSP) für ein Projekt in der Grundlagenforschung der Strukturbiologie der Pflanzen. Das Projekt wird vom kommenden August an über drei Jahre mit insgesamt 300 000 US-Dollar finanziert.

 

Michael Hothorn erforscht Rezeptorkinasen, das sind Proteine, die in der äußeren Hülle pflanzlicher Zellen sitzen und als Signalüberträger eine Reihe wichtiger Prozesse wie Wachstum und Entwicklung, die Immunabwehr sowie die Anbahnung von Symbiosen steuern. „Rezeptorkinasen können außen auf der Zelloberfläche bestimmte Stoffe erkennen. Während sie die Stoffe binden, wird gleichzeitig innen im Zellplasma ein Kinase-Modul angeschaltet“, erklärt der Wissenschaftler. Kinasen sind Enzyme, Zellwerkzeuge, die bestimmte Reaktionen steuern. Michael Hothorn will genauer untersuchen, was bei der Signalübertragung zwischen der Stofferkennung außen und der Reaktion der Kinase innen passiert und bei welchen Prozessen sie eine Rolle spielen. Ungefähr 200 Rezeptorkinasen gibt es nach derzeitigen Schätzungen in der Pflanze Ackerschmalwand, dem Modellorganismus der Wissenschaftler.

 

Mit dem Career Development Award werden frühere Stipendiaten des Human Frontier Science Programs (HFSP) ausgezeichnet, die als Postdoktorand eine Langzeitförderung fern ihrer Heimat erhalten haben. Das Preisgeld soll ihre wissenschaftliche Unabhängigkeit sichern und ihnen die Möglichkeit geben, in ihr Heimatland zurückzukehren und dort eine erste eigene Forschungsgruppe aufzubauen. Michael Hothorn, der an der Universität Heidelberg studiert und am European Molecular Biology Laboratory (EMBL) in Heidelberg promoviert hat, hat mit einer Langzeitförderung des HFSP als Postdoktorand von 2008 bis 2011 am Salk Institute for Biological Studies in San Diego, Kalifornien, gearbeitet. Er ist seit Beginn dieses Jahres Leiter der Nachwuchsgruppe Strukturbiologie der Pflanzen am Friedrich-Miescher-Laboratorium in Tübingen.

 

Am HFSP beteiligt sind Australien, Kanada, Indien, Japan, Korea, Norwegen, Neuseeland, die Schweiz, Großbritannien, die USA und die Europäische Union. In dem Programm wird innovative und interdisziplinäre Grundlagenforschung gefördert, in der die Wissenschaftler komplexe Mechanismen lebender Organismen aufklären. Der Career Development Award wird Bewerbern zuerkannt, deren Projektvorschläge das Potenzial zur Entwicklung neuer Forschungsansätze in den Lebenswissenschaften haben und die Forschung wesentlich voranbringen können. Michael Hothorn ist einer von acht Gewinnern des Career Development Awards in diesem Jahr, die nach Angaben des HFSP aus 55 Bewerbern ausgewählt wurden.


Michael Hothorn vor einem Modellbild einer Rezeptorkinase. Foto: Jörg Abendroth/MPI für Entwicklungsbiologie

Michael Hothorn vor einem Modellbild einer Rezeptorkinase. Foto: Jörg Abendroth/MPI für Entwicklungsbiologie