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Detlef Weigel erhielt den Landesforschungspreis 2011 bei einem Festakt in Tübingen

Ministerin Theresia Bauer hob in ihrer Rede die Bedeutung der Forschungsfreiheit hervor


Verleihung des Landesforschungspreises 2011: Rupert Handgretinger, Detlef Weigel mit SWR-Moderator Markus Brock (von links) bei der Diskussionsrunde. Bild: Friedhelm Albrecht; Eberhard Karls Universität TübingenTübingen, 7. Juli 2011. Wissenschaftsministerin Theresia Bauer verlieh gestern, am 6. Juli in Tübingen den Landesforschungspreis Baden-Württemberg. „Mit dem Landesforschungspreis wollen wir die Forschung im Land noch attraktiver machen und die klügsten Köpfe in ihrer Arbeit unterstützen“, so die Ministerin. Der Preis für Angewandte Forschung ging an Prof. Dr. Rupert Handgretinger, Ärztlicher Direktor an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin Tübingen, und der Preis für Grundlagenforschung  an Prof. Dr. Detlef Weigel, Direktor am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie und Honorarprofessor der Universität Tübingen. Die Preise sind jeweils mit 100.000 Euro dotiert und sind damit  die höchsten von einem Bundesland in Deutschland vergebenen Wissenschaftspreise. Die Auszeichnung soll die Arbeiten der Forscher bekannter machen und neue Impulse geben.  

Beim Festakt der Preisverleihung in der Neuen Aula der Universität Tübingen erläuterten die beiden Preisträger im Dialog mit dem SWR-Fernsehmoderator Markus Brock ihre Forschungsgebiete. Detlef Weigel erhielt den Preis für die Erforschung der Mechanismen der pflanzlichen Entwicklung. Dabei stehen die Grundlagen der genetischen Vielfalt und Fragen der Evolution im Mittelpunkt seines Interesses. Mit seinen Methoden lassen sich erstmals die Funktionen aller Gene im Genom der Pflanze gleichzeitig untersuchen. Auf der Grundlage dieser Arbeiten entstand in Tübingen die weltweit erste artweite Karte der Variationen im Erbgut einer Pflanze. Mit dem Forschungsgeld, so Detlef Weigel, möchte er Doktoranden aus Asien und Afrika einladen, vor Ort in Tübingen am Max-Planck-Institut die Techniken und Methoden zur Genentschlüsselung zu erlernen, vor allem an Nahrungspflanzen, die nicht im Fokus von Saatgutproduzenten stehen. Mit diesem Wissen könnten sie dann in ihrem eigenen Land zu Fortschritt und  Entwicklung in der Forschung beitragen.  

Rupert Handgretinger wurde für seine Forschungen im Bereich der Stammzelltransplantation ausgezeichnet. Die von ihm optimierte Stammzelltransplantation ermöglicht es Eltern, Knochenmark für ihre an Leukämie erkrankten Kinder zu spenden und sie dadurch zu heilen. Er hat eine Methode entwickelt, mit der unverträgliche Zellen aus dem Transplantat entfernt werden können, um lebensbedrohliche Abstoßungsreaktionen beim Empfänger zu vermeiden.  

Mit der Verleihung des Landesforschungspreises solle den ausgezeichneten Wissenschaftlern Freiheit, Zeit und Ruhe für ein selbst gewähltes Forschungsprojekt gegeben werden, so die Ministerin. „Wir setzen damit ein Gegengewicht gegen die heute übliche Schnelllebigkeit in der Wissenschaft bei der Jagd nach Publikationen, indem wir herausragende Forscher ideell und materiell auszeichnen“, erklärte Theresia Bauer. Sie betonte, dass gesellschaftlicher Fortschritt abhängig sei von den Leistungen der Forscherinnen und Forscher sowie der Institutionen, an denen diese arbeiten.    


Ansprechpartner:
Prof. Dr. Detlef Weigel
Tel: 07071 601-1411
E-Mail: detlef.weigel(at)tuebingen.mpg.de  

Stephanie Bertenbreiter (Presse- & Öffentlichkeitsarbeit)
Tel.: 07071 601-472
E-Mail: presse(at)tuebingen.mpg.de


Das Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie betreibt Grundlagenforschung auf den Gebieten der Biochemie, Molekularbiologie, Genetik sowie Zell- und Evolutionsbiologie. Es beschäftigt rund 325 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und hat seinen Sitz auf dem Max-Planck-Campus in Tübingen. Das MPI für Entwicklungsbiologie ist eines der 80 Institute und Forschungseinrichtungen der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.


Verleihung des Landesforschungspreises 2011: Rupert Handgretinger und Detlef Weigel mit SWR-Moderator Markus Brock (von links) bei der Diskussionsrunde. Bild: Friedhelm Albrecht/Universität Tübingen.

Verleihung des Landesforschungspreises 2011: Rupert Handgretinger und Detlef Weigel mit SWR-Moderator Markus Brock (von links) bei der Diskussionsrunde. Bild: Friedhelm Albrecht/Universität Tübingen

Verleihung des Landesforschungspreises 2011: Ministerin Theresia Bauer, Detlef Weigel und Rupert Handgretinger (von links). Bild: Friedhelm Albrecht/Universität Tübingen.

Verleihung des Landesforschungspreises 2011: Ministerin Theresia Bauer, Detlef Weigel, Rupert Handgretinger (von links). Bild: Friedhelm Albrecht/Universität Tübingen